Stadtmuseum Trier: Die Tradition des Bierbrauens in Trier

Die Bierkultur in Trier liegt mir ja sehr am Herzen, daher freute ich mich sehr, dass das Stadtmuseum Simeonstift in Trier nun zum ersten Mal eine Führung über das Bierbrauen in Trier anbot. Und da dies in Kooperation mit Petrusbräu veranstaltet wurde, war es auch beileibe kein trockener Abend!

Stadtmodell - Stadtmuseum Simeonstift Trier

Dr. Dorothée Henschel erläutert die Trierer Klosterlandschaft am Stadtmodell

Von der Veranstaltung hatte ich eher zufällig erfahren, als ich nach Tickets für das Bierfestival bei Kraftbräu in zwei Wochen gesucht hatte. Dennoch war die Führung mit etwa 20 Teilnehmern ausverkauft, was zeigt, dass das Thema Bier in der Weinstadt Trier doch auf größeres Interesse stößt.

Porta Nigra -Stadtmuseum Simeonstift TrierIm Stadtmuseum Simeonstift, direkt an der Porta Nigra gelegen, kann man derzeit noch einen Teil des Besuchermagneten Karl-Marx-Ausstellung sehen, daher war ich erst vor einigen Wochen vor Ort gewesen (zum Artikel). Dr. Dorothée Henschel führte durch die Dauerausstellung und entschuldigte sich gleich einmal, dass es im Museum, das immerhin mehr als 2000 Jahre Stadtgeschichte abbildet, nur wenig Exponate zur Biergeschichte zu sehen gäbe. Das sollte aber zu keinem großen Problem werden, denn in einer abwechslungsreichen Zeitreise von der Antike (mit angesichts des Biergenusses der Barbaren naserümpfenden Römern), über die brauenden Mönche des Mittelalters bis zu den Trierer Brauereien des 19. Jahrhunderts gab es allerlei Wissenswertes zum Thema Bier in Trier zu erfahren.

Trierer Biermaß - Stadtmuseum Simeonstift Trier

Biermaß der Stadt Trier – frühes 16. Jahrhundert

Auch wenn ich mich jahrelang intensiv mit dem Mittelalter beschäftigt habe, interessierte mich in diesem Fall besonders die jüngere Stadtgeschichte, denn von den fünfzehn Trierer Brauereien im 19. Jahrhundert existierten irgendwann fast gar keine mehr. Das miese Spiel der Biergiganten ist dabei immer gleich und wird auch heute noch immer wieder praktiziert. Die Caspary Brauerei wurde 1826 in der Trierer Krahnenstraße gegründet, verlagerte aber aus Kapazitätsgründen die Produktion 1862 erst in die Fahrstraße und 1873 schließlich nach Heiligkreuz. Das Ende kam, als die Brauerei 1978 an Binding verkauft wurde, fünf Jahre später war nach mehr als 150 Jahren das Ende gekommen.

Ein ähnliches Schicksal ereilte die 1874 gegründete Löwenbrauerei, die 1988 an Karlsberg verkauft und 1993 abgewickelt wurde. Die Markenrechte blieben bei Karlsberg, weshalb wir heute wieder Löwenbräu im Regal finden, das allerdings nicht mehr in Trier, sondern im Saarland gebraut wird. Damit war erst einmal das Ende der Trierer Bierkultur gekommen, bis in Olewig 1998 Kraftbräu als Hausbrauerei den Betrieb aufnahm. Mit Petrusbräu gibt es seit 2013 in Trier sogar noch eine zweite Brauerei, die die Fahne der Bierkultur in einer von Bitburger und Karlsberg dominierten Stadt hochhält.

Caspary Brauerei - Stadtmuseum Simeonstift Trier

Brauerei Caspary

In die Geschichte von Petrusbräu gab Bastian Resch im Rahmen einer kleinen Bierprobe im Kreuzgang des Museums noch weiteren Einblick. Vier Biere gab es zu probieren, darunter mit Pils und Spezial zwei Klassiker der noch jungen Brauerei. Dazu gab es das zum Karl-Marx-Jubiläum gebraute Karl Mags, ein malziges Lager, sowie das für das Burgeramt Trier entwickelte Pale Ale. Seit den Anfängen ist das malzbetonte Spezial mein absoluter Favorit, wegen mir könnten die Jungs aber auch etwas mehr mit  obergärigen Bieren herumspielen.

Die Premiere der Bierführung im Stadtmuseum war ein voller Erfolg und findet bald auch eine Fortsetzung. Wer es diesmal verpasst hat, sollte sich den 24. Oktober vormerken, Karten können (bald) im Museum reserviert werden.

www.museum-trier.de

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