Zwei Tage, zwei Tastings: Industrie vs. Craft und Foodpairing mit Edelfleisch

Mit Biertastings beschäftige ich mich nun schon seit einigen Jahren, vor allem angeregt durch die sehr professionellen und extrem lehrreichen Veranstaltungen bei Kraft Bräu im Blesius Garten. Seit einiger Zeit habe ich nun die Gelegenheit, auch selbst Tastings zu veranstalten, was mir riesigen Spaß macht, und meistens habe ich am Ende ebenso viel gelernt wie hoffentlich die Teilnehmer.

Die Macher des “Feines Fleisch – Bestes Bier” Events: v.l. Michael Haupenthal, Johannes Meyer, Claudia Maier, Andy Gniffke, Axel Bähr, Sascha Haupenthal

Diesmal gab es gleich zwei Tastings innerhalb von zwei Tagen, die thematisch kaum unterschiedlicher hätten sein können. Sehr gefreut habe ich mich über die Einladung bei der Evangelischen Studentinnen- und Studentengemeinde an der Uni Trier, die nun schon zum neunten Mal ein Blindtasting veranstalteten, ein Konzept, das ich immer sehr spannend finde. Am Tag danach kam es dann zur Neuauflage des Feines Fleisch – Bestes Bier Events bei Edeka Haupenthal in der Saarstraße, wo ich schon im Vorjahr einige Reiseimpressionen vorgestellt hatte und ich diesmal gemeinsam mit Johannes von hopfenjünger.de die passenden Biere zum edlen Fleisch aussuchen und präsentieren durfte.

Craft Bier vs. Industrie

Die Auswertung!

An der Uni Trier bin ich seit meinem Abschied 2007 nur noch selten gewesen, von daher freute ich mich sehr, hier eine Blindverkostung veranstalten zu dürfen. Weinverkostungen haben dort schon eine lange Tradition, mittlerweile gab es aber auch schon neun Biertastings. Das Konzept ist sehr spannend: verkostet wird immer blind, die Teilnehmer bewerten die Biere dann nach Nase, Antrunk, Nachhall sowie Gesamteindruck und ermitteln somit einen Gesamtwert. Die Werte werden addiert und am Ende wird das Ergebnis präsentiert, was durchaus Überraschungen bereit halten kann. So auch dieses Mal – zumindest für mich.

Ich hatte mich entschieden, insgesamt fünf Bierpaare aus vergleichbaren Stilen zu präsentieren, jeweils ein Bier eines kleinen Herstellers gegen einen Massenproduzenten. So gab es Kellerbier, Pils, Weizen, Pale Ale und am Ende drei unterschiedliche Stouts, insgesamt also elf Biere. Da ich über die Biere selbst nicht zu viel verraten wollte, hielt ich mich mit Informationen etwas bedeckt, und versuchte den knapp 20 Teilnehmern einige Bierbasics und meine Auffassung vom Craft Bier in Abgrenzung zur Industrie näherzubringen.

Das Ergebnis überraschte mich zugegebenermaßen etwas, war daher aber auch ungemein interessant. Am besten bewertet wurden vom Stil her Pils und Kellerbier, nur der VETO Schokobär der Hopferei Hertrich aus Feucht konnte sich einen Platz in der Spitzengruppe erkämpfen. Wenig Begeisterung lösten die beiden Weizenbiere aus, und obwohl viele der Teilnehmer das in zwei unterschiedlichen Versionen angebotene Guinness zwar erkannten, landete der Riese aus Dublin am Ende des Feldes. Schlusslicht war mit dem Vulkan Pale Ale das einzige richtig stark gehopfte Bier des Tastings, das verwunderte mich dann doch etwas, vor allem weil dies das Bier war, über das am angeregtesten diskutiert wurde. Sieger wurde das Schönramer Pils, Gewinner des World Beer Awards 2014, und somit gewissermaßen ein Weltmeisterpils. Ein richtig gutes Pils findet nun einmal immer sein Publikum!

Mir hat dieses Tasting extrem viel Spaß gemacht, und ich würde mich sehr freuen, bei einer Neuauflage im Wintersemester wieder mit am Start zu sein!

1. Schönramer Pils
2. Beck’s Pale Ale
3. Frau Gruber Modern Times
3. Bitburger Pils
5. VETO Schokobär
6. Köstritzer Kellerbier
7. Kraft Bräu Hefeweizen
7. Oettinger Hefeweizen
9. Guinness Draught
10. Guinness Extra Stout
11. Vulkan Pale Ale

Edles Fleisch – Bestes Bier

Das Open Air Sommerevent bei Edeka Haupenthal in Trier-Süd war schon im Vorjahr ein großer Erfolg und auch in diesem Jahr kamen die 40 Teilnehmer kulinarisch wieder voll auf ihre Kosten. Lange habe ich mir mit Johannes von hopfenjünger.de den Kopf zerbrochen, passende Biere zu den Grillspezialitäten zu finden, die wie im Vorjahr vom Edeka-Südwest Grillmeister Axel Bähr vor Augen des Publikums zubereitet wurden. Für uns war klar, dass das Fleisch im Mittelpunkt stehen sollte, die Biere den Geschmack also unterstützen, und nicht dominieren sollten. Dennoch brauchten wir Biere, die gegen das edle Fleisch auch bestehen konnten, um ihrerseits ihre Stärken zur Geltung bringen zu können. Ich finde, das ist uns ganz gut gelungen, und auch die ersten Reaktionen des Publikums waren positiv.

  • Aperitif – Boon Kriek Mariage Parfait
  • 1. Carpaccio – Saison Dupont
  • 2. Roastbeef-Salat vom Steak No. 1 – Gänstaller Bräu, Gans Weiss
  • 3. Kraft Schwenker – Kraft Bräu Dunkel
  • 4. Spanferkel – Veto Zwickelhahn
  • 5. Lamm – Sudden Death Brewing,  Steven Seagull
  • 6. Iberico Kotelett – Frau Gruber, Four Horsemen
  • Digestif – Evil Twin Brewing, I love you with my stout

Höhepunkt für mich waren kulinarisch der Roastbeef-Salat und das Iberico Kotelett. Eine besondere Spezialität ist der Kraft Schwenker, ein in dunklem Kraft Bräu eingelegter Schwenkbraten, den es exklusiv bei Edeka Haupenthal gibt. In Sachen Bier halte ich das Kriek Mariage Parfait der Brauerei Boon aus Belgien für einen perfekten Aperitif, nicht zu süß, aber auch nicht zu trocken. Beim Publikum kam der VETO Zwickelhahn der Hopferei Hertrich aus Feucht in Franken ausgezeichnet an. Auf jeden Fall ist dies ein Event, bei dem viele schon der Neuauflage 2019 entgegenfiebern.

PS.: Gerne komme ich für ein Tasting auch zu Ihnen, einfach eine Mail an info@bierblog-trier.de senden, und ich setze mich schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung.

Edles Fleisch – Bestes Bier: Die Galerie

Fotos: Alexandra Geissler

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