Auf digitaler Weißbierreise bei der Camba Bavaria

Seit nunmehr zehn Auflagen führe ich mit dem Craftprotz und der Trierer Biercommunity digitale Verkostungen durch. Und weil mir das nicht reicht, war ich nun bereits zum vierten Mal virtueller Gast bei der Camba Bavaria. Gestern gab es dort ein sehr spannendes Probierset zum Thema Weizenbiere.

Camba Bavaria Weizenbiere

Haben wir das Privileg, unsere Veranstaltung am Samstagabend durchzuführen, so hat man sich bei der Camba für den Mittwoch entschieden. Sicher eine mutige Wahl, aber die echten Kneipen wären ja auch unter Woche gefüllt, von daher kann man das schon machen. Man muss ja nicht wie ich in der Vorwoche die Zeit vergessen und bis tief in die Nacht mit Gleichgesinnten fachsimpeln…

Gestern ging es nun deutlich gesitteter zu und auf dem Programm stand das für mich bislang spannendste Tasting. Insgesamt fünf sehr unterschiedliche Weizenbiere standen zum Probieren bereit, ein Stil, der zumindest hier im Westen abseits der allseits bekannten Marken nicht sehr weit verbreitet ist. In Bayern sieht das natürlich anders aus und gestern zeigte sich, wie unterschiedlich und abwechslungsreich man diesen Stil interpretieren kann.

Camba Bavaria beim Bierfestival Trier

Barbara Egle und Fabian Gabler am Stand der Camba Bavaria beim Trierer Bierfestival 2019

Gestartet wurde mit dem klassischen Camba Weissbier, das mir am Ende tatsächlich am besten gefallen hat. Es kommt ausgesprochen vollmundig aus dem Glas mit sehr angenehm weichen Fruchtaromen und schön reifer Banane, dazu ist es sehr ausgewogen karbonisiert. Es folgte die Jager Weisse, ein hochgelobtes und deutlich stärker gehopftes Bier. Schon bei Schneiders Hopfenweisse scheiden sich ja irgendwie die Geister und auch hier bin ich eher im No-Hops-Lager, ich mag diese grüne Note in Weizenbieren einfach nicht so gerne. Aber ich lasse mich ja gerne bekehren und so wurde mit dem Nelson Dry Hop Wheat gleich noch einmal hopfig nachgelegt.

Das wurde diesmal von einem “Gaststar” präsentiert und Craftprotz Nikola Weiler höchstpersönlich betonte die enge Verbindung, die es spätestens seit dem Trierer Bierfestival im letzten Jahr zwischen Trier und Seeon gibt. Auch ich durfte mich hier ins verminte Gebiet vorwagen und einem größtenteils süddeutschen Publikum etwas über die Geschichte der Weizenbiere erzählen, was aber hoffentlich doch etwas über das Tragen virtueller Eulen nach Athen hinausging. Das Bier selbst gefiel mir ausgesprochen gut mit sehr frischen Aromen vorne und hinten einer dem Hopfen gemäß in Richtung Wein gehenden Spritzigkeit.

Cambapizza

Multitasking beim Tasting vor zwei Wochen!

Überhaupt zeichnete dieses Tasting aus, dass die Biere diesmal von verschiedenen Personen präsentiert wurden. Camba-Biersommelier Helge Cordes führte wie gewohnt souverän durch die Veranstaltung, doch bei den Bieren selbst gab es neben Niko auch aus Reihen der Brauerei andere Stimmen zu hören. Ich glaube den ein oder anderen werden wir uns mal für unser Konzept ausleihen, bevor sich die Zuschauer vollends an uns sattgesehen haben.

Den Abschluss bildeten zwei dunkle Vertreter. Die Wilderer Weisse ist ein klassisches dunkles Weizenbier, das zu den weichen Fruchtaromen noch eine angenehme Malznote mit Karamell und leichten Gewürznoten hinzufügt, ohne aber überladen zu wirken. Etwas komplexer wurde es beim letzten Bier des Abends. Dreckiges Bienchen nennt sich das 23. Bier der Braumeistereditionen, einer speziellen Reihe, in der sich die Braumeister und Mitarbeiter der Camba kreativ austoben dürfen. Heiko Mann kreierte ein deutlich röstigeres Dunkelweizen als die Standardvariante, das neben der feinen Süße der Banane diesmal auch noch Schokolade ins Spiel brachte. Die Geschichte hinter dem Namen hätte ich mir zwar etwas spektakulärer gewünscht (Bananengelb und Schokoladendunkel), aber das Bier hat mich überzeugt.

Den Quervergleich innerhalb eines Stils finde ich absolut spannend, das sollten wir uns als spezielle Variante einmal überlegen (manch einer träumt sicher von einem NEIPA Tasting, andere von einer Bierreise durch Belgien). Die Camba zieht das Konzept auch bei den kommenden Veranstaltungen durch. Am kommenden Mittwoch (13. Mai, ab 19 Uhr) gibt es sechs verschiedene IPAs zu verkosten. Nach einer kleinen Vatertagspause geht es dann am 27. Mai weiter mit vier Oak Aged Bieren. Bestellen kann man die Pakete üblicherweise unter beertasting.shop. Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein! Und wer nicht so lange warten möchte, kann natürlich gerne am kommenden Samstag um 19.30 Uhr beim Craftprotz-Tasting teilnehmen, denn auch dort wird die Camba Bavaria prominent vertreten sein.

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