Fränkische Qualität ganz weit im Westen: Die Bierothek präsentiert sich bei Edeka Haupenthal

Es ist auffällig, dass sich die Anzahl an hochwertigen Bieren aus Franken im Regal von Edeka Haupenthal in den letzten Wochen deutlich erhöht hat. Die Zusammenarbeit des Supermarkts in Trier-Süd mit der Bierothek aus Bamberg trägt Früchte und wurde nun im Rahmen einer besonderen Partnerschaft noch einmal besiegelt. Um diese Verbindung zu zementieren, präsentierte die Bierothek nun einige Biere direkt vor Ort.

Bierothek Biertasting @ Edeka Haupenthal

So ganz unschuldig war ich an der fränkischen Expansion im Regal ja nicht, daher freute ich mich sehr, selbst ein paar einleitende Worte zum Sortiment meines Heimatsupermarktes sagen zu können, das mittlerweile über 120 Sorten umfasst. Als Eröffnungsbier präsentierte man allerdings kein fränkisches Bier, sondern mit dem Pale Ale der Vulkan Brauerei aus Mendig ein regionales Produkt. Dann ging es aber los und Jana Schinnagel aus der Bierothek-Zentrale in Bamberg begann mit der Präsentation von sieben Spezialitäten aus ihrem Sortiment.

Bierothek Biertasting @ Edeka Haupenthal

Jana Schinnagel & Sascha Haupenthal

Mit St. Erhard hat die Bierothek eine eigene Biermarke am Start, daher gab es erst einmal drei Eigenkreationen zu probieren. Das Evora Export ist das Hausbier des Ladengeschäfts aus Fürth. Klar und golden in der Farbe, mit leicht süßem Antrunk, was hinten durch eine moderate, leicht herbe Bitterkeit verdrängt wird. Auch das Pinsl Pale Märzen gehört zu den Hausbieren, diesmal aus Erlangen, und wurde nach einem bekannten Maler der Stadt benannt. Ein sehr süffiges, frisches Bier mit einer angenehm hopfigen Fruchtigkeit.

Das dritte Bier im Bunde war das St. Erhard Saison, bei dem zuerst einmal das außergewöhnliche, optisch reduzierte Design des Etiketts ins Auge springt. Entwickelt vom schwedischen Stardesigner Perniclas Bedow wirkt das auf den Schriftzug reduzierte Design modern und interessant, man darf auch etwas rätseln, was sich hinter den speziell angeordneten Buchstaben verbirgt. Das Saison folgt nicht ganz dem belgischen Stil, wirkt getreidig-malzig und lässt die oftmals typische Kräuternote vermissen. Das macht aber nichts, denn die vorne leicht stahligen Aromen ergänzen sich gut mit einer prägnanten Hopfenbitterkeit.

Gesättigt sollte man zu den Verkostungen bei Edeka Haupenthal nicht kommen, denn zu den Bieren gibt es immer vorzügliches Essen. Als Vorspeise gab es Rindercarpaccio mit Rucola und gehobeltem Parmesan. Als Hauptgang wurde ein in Niedrigtemperatur gegartes Filet vom Charolaisrind mit Rotweinsoße und Spätzle gereicht. Als Snack gab es außerdem später noch Würstchen und Rohesser und als Dessert eine Kugel Vanilleeis im Noctus Imperial Stout von Riegele.

Bierothek Biertasting @ Edeka Haupenthal

Zum Hauptgang gab es das Main Seidla Amber Ale vom 2012 gegründeten Brauhaus Binkert aus dem fränkischen Breitengüßbach. Vorne angenehm malzig, schlägt hinten der Hopfen durch, ich bemerkte sogar ein paar säuerliche Töne. Mit dem VETO Schokobär der Hopferei Hertrich wurde im Anschluss ein modernes fränkisches Craftbier präsentiert, das von den knapp 20 Gästen sehr positiv aufgenommen wurde. Das recht leichte, wunderbar cremige Stout überzeugt mit ausgeprägter Schokoladennote, und wäre fast schon als Dessert durchgegangen, wenn dann nicht noch das Vanille-Noctus gekommen wäre.

Deutlich mehr polarisierten die beiden Biere zum Abschluss, die beide aus der fränkischen Rauchbiertradition stammten. Und wie es beim Rauchbier so ist: Man liebt es, oder man hasst es. Ich liebe es. Das Schlenkerla Märzen ist ein Klassiker, die Bamberger Traditionsbrauerei wurde 1405 erstmals erwähnt und produziert Rauchbiere von Weltrang. Der Anteil des Raucharomas variiert dabei zwischen den Sorten (hier gibt es demnächst mal einen ausführlichen Vergleichstest), beim Märzen ist dieses recht intensiv. Das Bier bleibt aber absolut gut trinkbar, für mich ist hier die Balance zwischen Rauch, Schinkenaroma und dem Geschmacksspektrum eines klassischen Märzen perfekt gelungen.

Noch heftiger wurden es mit dem letzten Bier des Abends, hier stiegen dann doch einige Teilnehmer aus. Das Smoky George der Brauerei Rittmeyer aus Hallerndorf ist extrem. Ein Rauchbier für Whiskyliebhaber, bei dem das Malz über Torffeuer geräuchert wurde. Hat man den zugegebenermaßen recht sperrigen Antrunk bewältigt, offenbart sich dahinter ein sehr rundes, angenehm malziges Bier. Definitiv ein gelungener Abschluss des von Jana souverän und sympathisch geleiteten Tastings.

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