Der Craftprotz bereichert die Trierer Bierlandschaft

Was lange währt, wird manchmal richtig gut. Einige Zeit hat sich “Craftprotz” Nikola Weiler genommen, um für sein Projekt eine geeignete Location in Trier zu finden. Und das Warten hat sich gelohnt, denn am 15. Dezember eröffnete er seine Kreativbierbar in der Palaststraße mitten in der Altstadt. Seitdem habe ich den ein oder anderen Abend vor Ort verbracht und erste Eindrücke gewinnen können.

Der Craftprotz beim Trierer Bierfestival 2017

Das Eröffnungswochenende kann man nur als großen Erfolg bewerten. Viele Freunde und Bekannte, aber auch viele Neugierige schauten herein, als die ersten Biere aus der Zapfanlage flossen und für die Trierer Innenstadt ein neues Kapitel in Sachen Craftbier aufgeschlagen wurde. Zwar gibt es zum Glück seit einigen Jahren den Petrusbräu Brauereiausschank, eine reine Craftbierbar ist aber etwas völlig Neues und ich war natürlich sehr gespannt auf das Konzept und ob die Neuem oftmals eher skeptisch gegenüberstehenden Trierer dies auch annehmen würden.

Craftprotz Kreativbierbar Trier

Und bislang sieht es gut aus. Das kurze Vorweihnachtsgeschäft in unmittelbarer Nähe des Weihnachtsmarktes lief gut und der Craftprotz öffnete seine Türen zu Beginn jeden Tag. Nun ist es in der Innenstadt etwas ruhiger geworden und die Öffnungszeiten wurden angepasst. So gönnt sich der studierte Braumeister und Biersommelier nun auch eine Auszeit am Sonntag und Montag. Bier fließt aus zwölf Hähnen, das Angebot wird an einer großen Tafel angezeigt und kann auch im Internet eingesehen werden. Die Biere wechseln hierbei recht häufig durch, was auch Wiederholungstätern wie mir die Möglichkeit gibt, eigentlich immer auch etwas Neues auszuprobieren. Wem die zwölf Biere nicht reichen, dem stehen auch noch einige Flaschenbiere zur Auswahl. Und wer sich nicht entscheiden mag oder kann, der greift am besten auf ein Tastingtray mit vier kleinen Bieren und einem Wasser zurück.

Craftprotz Kreativbierbar Trier

Die Auswahl an Bieren wurde bewusst so gestaltet, dass sowohl Neulinge in der Welt der Kreativbiere als auch Biernerds fündig werden. Bislang stand immer mindestens ein bayerisch-fränkisches Bier auf der Liste, wobei auch hier der Qualitätsanspruch sehr hoch ist. Und wer einmal ein richtig gutes fränkisches Kellerbier verkostet hat, sollte den Unterschied zu den gewohnten Fernsehbieren unmittelbar erschmecken. Viel Wert legt man außerdem auf regionale Erzeuger. Kraftbräu und Petrusbräu aus Trier waren bisher ebenso vertreten wie das Craftwerk aus Bitburg, Zils aus Naurath oder Brauereien aus Luxemburg. Dazu gibt es Biere von nationalen Kreativbrauern sowie immer mal wieder internationale Spezialitäten.

Meine drei Topbiere bislang:Craftprotz Kreativbierbar Trier

Meppener Moorbrand – Buddelship Brauerei

Zur Eröffnung gab es gleich ein echtes Highlight, wobei es schon etwas mutig war, ein derartig spezielles Bier zu präsentieren ohne zu wissen, wer den Laden denn so stürmen würde. Das im Laphroaig-Fass gelagerte Imperial Stout der Buddelship Brauerei aus Hamburg hat mich mit einer prägnanten Torf-Rauch-Aromatik überzeugt, das Whiskyfass hat ganze Arbeit geleistet.

Samurai Sauce – Brewski

Auch das zweite Topbier war für mich ein Imperial Stout. Brewski aus Schweden haben mich bislang vor allem mit Hopfen und Fruchtaroma begeistert, aber hier zeigen sie mal was sie in der dunklen Materie zu bieten haben. Gebraut mit Kaffee und Schokolade, beides kommt im Bier sehr intensiv raus.

Lager – Lang-Bräu

Ich bin ja kein großer Liebhaber von Lagerbieren und Lang Bräu aus Wunsiedel-Schönbrunn im Fichtelgebirge war mir bis dahin völlig unbekannt. Aber das hier ist super. Ein leichtes, ausgewogenes und sehr frisches Kellerbier, ein absoluter Genuss und Durstlöscher.

Nikola ist bei seinem Traum alles Gute zu wünschen, bislang scheint der Craftprotz auf jeden Fall sehr gut angenommen zu werden. Das Publikum ist dabei absolut gemischt. Bierliebhaber und interessierte Neulinge aus allen Altersschichten erfreuen sich an der Abwechslung, auf die Trier so lange warten musste. Und etwas Großstädtisches hält so auch in der ältesten Stadt des Landes Einzug.

Adresse: Palaststraße 10, 54290 Trier

Zur Fassbierkarte

Öffnungszeiten:

Sonntag & Montag: geschlossen
Dienstag / Mittwoch / Donnerstag: 17:0023:00
Freitag: 17:002:00
Samstag: 14:002:00

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