Biertasting: Faszination Craftbier Haupenthal – Dunkle Zeiten

Die Biertastings bei Edeka Haupenthal in der Saarstraße erfreuen sich konstanter Beliebtheit, auch die dritte Auflage des vom Bierblog Trier gemeinsam mit Johannes Meyer von hopfenjünger.de präsentierten Formats “Faszination Craftbier Haupenthal” (FCH) war ausverkauft. Der dunklen Jahreszeit entsprechend wurden diesmal vor allem winterlich angehauchte Biere in den Mittelpunkt gerückt.

Neben den beiden Moderatoren konnte mit Johannes Dunkel von Bräugier aus Berlin noch ein “Stargast” gewonnen werden, der es sich nicht nehmen ließ, ein Fass seines Nachtschwärmer Schwarzbiers persönlich vorbeizubringen und einiges Fachwissen beizutragen. Gestartet wurde allerdings mit einem ganz und gar nicht dunklen Übergangsbier, nämlich dem Craftoberfest Festbier von Libertus Craft Brewing aus Hammelburg in Unterfranken. Mit einer leichten Malzsüße lieferte es einen gelungenen Übergang zum dunklen Festtrunk der Grosswald Brauerei Bauer. Das schon seit 1860 aktive Traditionsunternehmen aus dem Saarland ist historisch aus der berühmten Brauerfamilie Bruch entstanden, mit 40.000 Hektolitern Ausstoß hat man sich in der von vielen Krisen gebeutelten Brauereilandschaft unseres Nachbarbundeslandes gut gehalten.

Johannes Dunkel (Bräugier) und Andy Gniffke (Bierblog Trier)

Johannes Dunkel (Bräugier) und Andy Gniffke (Bierblog Trier)

Frisch vom Fass gab es daraufhin den Bräugier Nachtschwärmer, der im Nachhinein bei den Teilnehmern hervorragende Kritiken einheimsen konnte. Kulinarisch unterstützt wurde der Abend wie gewohnt von der Wurst- und Käseabteilung von Edeka Haupenthal. Auch wenn es sich bei diesem kleineren Tastingkonzept nicht um eines der beliebten Foodpairing-Events handelt, liegt den Haupenthals das Wohlergehen so am Herzen, dass ganz sicher niemand hungrig nach Hause gehen muss.

Das Team von Edeka Haupenthal

Das Team von Edeka Haupenthal

Einer der Gewinner des Abends war die Schwarze Pumpe vom ehemals in Cottbus beheimateten Labieratorium. Nach dem jähen Ende der jungen Brauerei Ende des vergangenen Jahres eröffnete sich eine neue Chance, als sich die Bierothek aus Bamberg der Marke annahm, und man nun unter dem Dach des Fachhändlers die eigenen Biere weiter brauen kann. Hier zeigte sich die Stärke des Formats, in dem auch die Gäste ihre eigenen Erfahrungen einbringen können, und es so noch faszinierende Einblicke in die Geschichte des Cottbusser Brauwesens aus erster Hand gab.

Johannes Meyer (hofenjünger.de)

Johannes Meyer (hopfenjünger.de)

Dies war nun der richtige Zeitpunkt, die Besucher ein wenig durch die manchmal verwirrende Stilvielfalt von Porter und Stout zu leiten, wie immer nicht ohne einen kurzen Exkurs in die Biergeschichte. Und tatsächlich wurden die Biere zunehmend dunkler, auch wenn mit dem alkoholfreien Stout von Big Drop Brewing erst einmal ein eher seltener Vertreter dieses Stils ins Glas kam. Für ein alkoholfreies Bier ist hier zunächst erstaunlich viel Geschmack vorhanden, dann fällt es allerdings, wie zu befürchten war, recht deutlich ab.

Deutlich kräftiger wurde es zum Abschluss, zunächst mit dem cremig-weichen Coconut Milk Stout von Sakiškių alus aus Litauen. Zum krönenden Abschluss wurde noch ein alkoholreiches Imperial Stout mit 13,5 % Alkohol kredenzt, erwartungsgemäß polarisierte das in Islay Whiskyfässern gereifte und mit Rauchmalz gebraute White Label Imperial Russian Stout von der Brauerei Emelisse aus den Niederlanden. Und wie bei unseren Tastings üblich, wurde noch einige Zeit diskutiert, sich ausgetauscht und an den tollen Bieren erfreut. Die Biergemeinschaft in Trier ist lebendig, wächst und gedeiht, trotz der Rückschläge in den vergangenen Wochen (wir sind immer noch traurig über das plötzliche Ende des Hop Shops und die bevorstehende Schließung des Petrusbräu Brauereiausschanks). Mit dem FC Haupenthal gehen wir Anfang 2020 aber auf jeden Fall in die nächste Runde!

Vielen Dank an Alexandra Geissler für die Fotos!

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