Biertasting bei Kraft Bräu: Die Top Ten der letzten Jahre

Seit 2012 veranstaltet Kraft Bräu im Blesius Garten regelmäßige Biertastings zu wechselnden Themen und bereichert damit die Bierkultur in der Weinstadt Trier. Nach dem Reinheitsgebot-Tasting vor ein paar Wochen (zum Artikel) gab es nun eine besondere Verkostung, in der Braumeister und Sommelier Sebastian Nguyen seine persönliche Top 10 präsentierte, wie immer begleitet von einem perfekt abgestimmten Dreigangmenü.

Wer so lange daran arbeitet, Bierkultur in einer auf Monokultur getrimmten Stadt zu vermitteln, darf auch einmal zurückblicken. Ganz ohne Nostalgie präsentierte Sebastian einige Biere, die sich bei den vielen Tastings der vergangenen Jahre bewährt hatten, und auch immer wieder den Weg in die heimische Zapfanlage finden. “Ausgewählt habe ich nur Biere, die aufgrund der geringen Produktionsmenge so beliebt sind, dass sie maximal zwei Wochen im Ausschank überleben” schmunzelt der Brauer, aber zum Glück gab es für das Tasting noch Restbestände oder ganz frische Neuauflagen zu verkosten.

Die Lagerkapazitäten in der Hausbrauerei sind begrenzt, daher gab es neben sieben eigenen Kreationen auch drei Gastbiere zu probieren. Darunter gleich zu Beginn eine echte Besonderheit, denn das Riegele …golden seit 1386 wird seit mittlerweile einigen Jahren nicht mehr gebraut. Nun sind Lagerbiere im Gegensatz zu ihrem Namen eben nicht für die besonders gute Lagerfähigkeit bekannt und auch die Weißglasflasche spricht eher nicht für das Aufbewahren dieses Biers.

Dennoch hat Sebastian einige Flaschen dieses Bieres aufbewahrt und in Dunkelheit und bei stabil-kühlen Temperaturen wie seinen Augapfel gehütet und siehe da, es hat funktioniert. Immer nach angenehm frisch und mit einem herben Antrunk kam das Bier ins Glas, Zitrusnoten gepaart mit grasigen Aromen haben die Jahre gut überlebt. Spannend zu sehen, was bei optimaler Lagerung auch mit so einfachen Bieren möglich ist.

Danach gab es dann einen sehr interessanten Querschnitt durch das eindrucksvolle Sortiment von Kraft Bräu, was das große Potenzial der kleinen Brauerei deutlich machte, die eine eindrucksvolle Vielfalt im Rahmen des Reinheitsgebots aufbietet. Folgende Biere gab es zu probieren:

  • Kellerbier 1998
  • Indian Summer
  • Maibock
  • Edition India Pale Ale
  • Helles Saphir
  • Weizenbock 2016
  • Strong Ale

Von ganz frisch bis angenehm gereift war alles dabei. Schön zu sehen war der Unterschied zwischen dem extrem fruchtig-frischen Indian Summer und dem wesentlich komplexeren India Pale Ale, das perfekt zu dem kräftig gewürzten Hauptgang passte. Überhaupt spielt das Essen bei den Tastings eine besondere Rolle, Food Pairing gehört zu den Steckenpferden der Zusammenarbeit des Blesius Garten mit der eigenen Hausbrauerei. Gleich zu Beginn gab es eine Vorspeisenvariation mit einer Art Bitterballen, Patatas Bravas und einem Club Sandwich. Als Hauptgang wurde eine Trilogie vom Schwein gereicht, die aus Bäckchen, Bauch und einem Filet mit Parmesanhaube bestand, dazu gab es Bohnen und Rösti sowie eine kräftige Biersoße. Dass dazu ein IPA passen könnte, hätte ich so auch nicht erwartet.

Das Dessert wurde für manchen Gast zur unüberwindbaren Herausforderung, sehr mächtig kam das Schokomousse mit Kirschen und Crumble daher. Dazu musste auch etwas Kräftiges ins Glas. Ein Glas reichte dafür nicht, daher wurde der Aventinus von Scheider aus München in der normalen Variante parallel zum Eisbock gereicht. Aufgrund eines Servierfehlers hatten wir zuerst zweimal den regulären Weizenbock, allerdings aus unterschiedlichen Flaschen. Die Diskussionen waren durchaus angeregt, denn das waren geschmacklich zwei vollständig unterschiedliche Biere.

Ich war wirklich froh, dass wir über Umwege doch noch Karten für dieses außergewöhnliche Tasting bekommen konnten, und auch die kommenden Veranstaltungen sind bereits ausverkauft oder die Karten werden knapp. Man sollte sich also ranhalten!

  • 11. Mai: Schneider Weisse (ausverkauft)
  • 7./8. Juni: Bier & Steak 3.0 (8. Juni ausverkauft)
  • 13./14. Juli: Das Biermenü
  • 13.–15. September: New England Styles
  • 23./24. November: Jule ØI – Winterbiere

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